Autoversicherung für Fahranfänger: So wird sie günstiger
Die Autoversicherung für Fahranfänger ist teuer, weil der Versicherer über dich nichts weiß außer deinem Alter und der Tatsache, dass du noch nie einen eigenen Vertrag hattest. Das ändert sich erst mit den Jahren. Bis dahin hast du aber mehr Einfluss auf den Beitrag, als die meisten denken. Es kommt darauf an, in welche Schadenfreiheitsklasse (im Folgenden SF) du einsteigst, auf wessen Namen das Auto läuft, wer es fährt und welches Auto es überhaupt ist. Dieser Ratgeber richtet sich an Fahranfänger und an Eltern, die ihr Kind versichern wollen.
Wer ohne Vorgeschichte einen eigenen Vertrag abschließt, landet meist in der Schadenfreiheitsklasse 0. Wenn möglich startest du über die Eltern: als Zweitwagen auf ihren Namen oder über eine Sonderregelung für Kinder von Kunden. Auch schadenfreie Jahre mit dem Moped können zählen. Danach drücken die Typklasse des Fahrzeugs, ehrliche Kilometerangabe und ein enger Fahrerkreis den Beitrag weiter.
Alle Infos auf einen Blick
- Warum ist die Autoversicherung für Fahranfänger so teuer?
- Was kostet eine Kfz-Versicherung für Fahranfänger?
- In welche SF-Klasse kommen Fahranfänger?
- Zweitwagenversicherung über die Eltern
- Als Fahrer im Vertrag der Eltern
- SF-Rabatt von Eltern oder Großeltern übernehmen
- Kfz-Versicherung für Fahranfänger günstiger machen
- Teilkasko oder Vollkasko für Fahranfänger?
- Vergleichen und wechseln
- Häufige Fragen
1. Warum ist die Autoversicherung für Fahranfänger so teuer?
Zwei Dinge treffen zusammen. Das erste ist die Statistik. Nach Angaben des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) verursachen Fahrer bis 25 Jahre im Schnitt mehr Schäden als Fahrer mittleren Alters. Wer jung ist und gerade erst den Führerschein hat, gehört für den Versicherer zur teuersten Gruppe, ganz unabhängig davon, wie vorsichtig er tatsächlich fährt.
Das zweite ist die Schadenfreiheitsklasse. Sie bildet ab, wie viele Jahre du schon unfallfrei einen eigenen Vertrag hast. Als Fahranfänger hast du keine. Du startest also ganz unten, in der Regel in SF 0, und zahlst dort den höchsten Beitragssatz. Wie das SF-System insgesamt aufgebaut ist und wie Rückstufungen funktionieren, steht im Ratgeber zum Schadenfreiheitsrabatt in der Kfz-Versicherung. Hier geht es nur um die Frage, wie du als Neuling möglichst weit oben einsteigst.
2. Was kostet eine Kfz-Versicherung für Fahranfänger?
Eine seriöse Durchschnittszahl gibt es nicht, dafür hängt der Beitrag an zu vielen Merkmalen. Ein gutes Gefühl für die Größenordnung gibt ein Ranking, das Franke und Bornberg im November 2025 für das Handelsblatt erstellt hat. Das Musterprofil: 19 Jahre, Fiat 500 mit Hybridmotor, 15.000 Kilometer im Jahr, Haftpflicht und Vollkasko mit 500 Euro Selbstbeteiligung.
Von 95 untersuchten Tarifen bekamen 35 die Bestnote. Das zweitgünstigste Angebot kostete 1.257,51 Euro im Jahr. Der teuerste Tarif mit derselben Bestnote lag bei 2.717,90 Euro. Gleich guter Schutz, mehr als doppelter Preis. Für ein anderes Auto, einen anderen Wohnort oder ohne Vollkasko sehen die Zahlen ganz anders aus. Der Abstand zwischen den Anbietern bleibt aber typisch.
Kfz-Versicherung für Fahranfänger: Prozent-Tabelle als Beispiel
Viele suchen nach einer Tabelle mit den Prozentsätzen für Einsteiger. Die Werte unterscheiden sich von Versicherer zu Versicherer, eine allgemeingültige Tabelle gibt es deshalb nicht. Zur Veranschaulichung nehme ich in diesem Ratgeber die WGV, deren Allgemeine Bedingungen für die Kfz-Versicherung (Stand 05.2026) die Einstufung von Fahranfängern besonders genau regeln. So sehen die Beitragssätze für einen Pkw dort aus:
| Einstufung bei der WGV | Voraussetzung (verkürzt) | Haftpflicht | Vollkasko |
|---|---|---|---|
| SF 0 | eigener Vertrag ohne Vorgeschichte, keine Sonderregel greift | 100 % | 60 % |
| SF ½ | Führerschein seit mindestens drei Jahren, Eltern mit eigenem Auto bei der WGV in mindestens SF ½ oder schon ein eigenes Auto in mindestens SF ½ | 76 % | 53 % |
| SF 1 | nach einem vollen schadenfreien Kalenderjahr | 64 % | 49 % |
| SF 2 | mindestens zwei schadenfreie Jahre mit einem Moped bei der WGV oder ein bis zwei Jahre YoungDriver | 58 % | 47 % |
Mit der WGV habe ich einen Tippgeber-Vertrag. Schließt du über einen meiner Links eine Versicherung bei ihr ab, bekomme ich dafür eine Provision. Ich nehme sie hier als Beispiel, weil ihre Bedingungen öffentlich einsehbar sind und die Regeln für Einsteiger genau benennen. Die Kernaussage dieses Ratgebers gilt bei jedem Versicherer.
Die Prozentsätze beziehen sich auf den Grundbeitrag der WGV. Ein anderer Versicherer kann für SF 0 einen ganz anderen Satz verlangen und trotzdem günstiger sein, weil sein Grundbeitrag niedriger ist. Vergleiche deshalb nie Prozentsätze zwischen Anbietern, sondern immer den Euro-Betrag. Was die Tabelle trotzdem zeigt: Der Sprung von der Anfängerklasse auf SF ½ ist groß, und genau darum geht es in den nächsten Abschnitten.
3. In welche SF-Klasse kommen Fahranfänger?
SF 0: der Normalfall ohne Vorgeschichte
Wenn du noch keine Schadenfreiheitsklasse hast und auf deinen Namen noch kein Fahrzeug zugelassen war, wirst du in SF 0 eingestuft. Das ist der teuerste Einstieg, und alles in diesem Ratgeber zielt darauf, ihn zu vermeiden oder abzukürzen.
SF ½ ab drei Jahren Führerschein
Hast du seit mindestens drei Jahren einen Führerschein aus der EU, stufen dich die Versicherer in der Regel in SF ½ ein, auch ohne eigenen Vertrag in dieser Zeit. Wer also mit 18 den Führerschein macht und das erste Auto erst mit 21 kauft, bekommt diese Klasse schon durch das Warten. Der GDV nennt diese Grenze ausdrücklich. Auch bei der WGV gilt sie. Hast du dort in SF 0 angefangen, stuft sie dich auf Antrag besser ein, sobald du die drei Jahre erreicht hast und der Vertrag schadenfrei geblieben ist.
Moped-Jahre zählen mit
Wer vor dem ersten Auto schon Moped gefahren ist, sollte das beim Abschluss angeben. Bei der WGV bekommst du die Schadenfreiheitsklasse 2, wenn du dein Moped in den drei Jahren vor dem Autovertrag mindestens zwei Verkehrsjahre schadenfrei bei ihr versichert hattest. Das ist ein großer Sprung gegenüber SF 0. Was beim Moped selbst zu beachten ist, steht im Ratgeber zum Mopedversicherung-Vergleich.
Begleitetes Fahren mit 17
Mit 17 darfst du nur mit einer eingetragenen Begleitperson fahren. Fährst du dabei das Auto deiner Eltern, muss der Versicherer davon wissen, denn du bist dann Fahrer dieses Autos. Bei der WGV steht dazu in den Bedingungen vor allem eine Pflicht: Ohne die vorgeschriebene Begleitung darf das Auto nicht gefahren werden, sonst ist der Kaskoschutz in Gefahr. Eine bessere Einstufung gibt es dort für das begleitete Fahren nicht. Einzelne andere Versicherer rechnen es dagegen an. Heb die Prüfungsbescheinigung deshalb auf und frag beim Abschluss danach.
Fahrpraxis aus Dienstwagen oder Carsharing
Das übersehen viele. Hast du überwiegend einen Dienstwagen gefahren, kann dein Arbeitgeber dir bei der WGV den Schadenverlauf dieses Autos für die Zeit übertragen, in der du es gefahren bist. Dafür braucht es eine schriftliche Erklärung von dir und dem Arbeitgeber und eine Kopie deines Führerscheins. Der Arbeitgeber gibt den Rabatt dabei vollständig ab, das muss er also wollen.
Carsharing-Fahrten rechnet die WGV nicht an. Einige andere Versicherer tun das, wenn du regelmäßig und ohne Schaden gefahren bist und der Carsharing-Anbieter dir das schriftlich bestätigt:
| Versicherer | Voraussetzung (verkürzt) | Anrechnung |
|---|---|---|
| VHV | mindestens 25 schadenfreie Carsharing-Tage im Kalenderjahr | höchstens bis SF 2 |
| Verti, Danke-Car-Sharing-Tarif | an mindestens 20 Tagen im Kalenderjahr genutzt, in den letzten zwölf Monaten unfallfrei, Nutzung vor höchstens sechs Monaten beendet | die unfallfreien Jahre, eine Obergrenze nennt Verti nicht |
Verti rechnet im Carsharing-Tarif mit einer eigenen Berechnungsgrundlage. Bei gleicher SF-Klasse kann der Beitrag dort höher liegen als im normalen Tarif, vergleiche also den Euro-Betrag und nicht nur die Klasse. Die Angaben stammen aus der Einstufungsübersicht der VHV (Stand 09.2026) und von der Tarifseite von Verti (abgerufen im Oktober 2026). Frag beim Abschluss nach dem aktuellen Stand. Diese Regeln stehen selten im Vergleichsrechner.
Anmeldung im ersten Halbjahr
Viele Bedingungen sehen vor, dass ein neuer Vertrag schon nach einem halben Jahr aufsteigt. Bei der WGV gilt: Beginnt dein Vertrag zwischen dem 2. Januar und dem 1. Juli und bleibt er bis zum Jahresende mindestens sechs Monate schadenfrei, stuft sie ihn zum 1. Januar eine Klasse höher ein, also zum Beispiel von SF 0 auf SF ½. Wer sein erstes Auto bis Ende Juni anmeldet, gewinnt so ein halbes Jahr. Ob dein Versicherer diese Regel hat, steht in seinen Versicherungsbedingungen.
4. Zweitwagenversicherung über die Eltern
Das ist für viele Familien der größte Hebel. Das Auto wird auf ein Elternteil zugelassen und als dessen Zweitwagen versichert, du stehst als Fahrer im Vertrag. Viele Versicherer stufen einen Zweitwagen besser ein als einen Erstvertrag ohne Vorgeschichte, häufig in SF ½. Voraussetzung ist meist, dass das Erstfahrzeug der Eltern selbst schon eine bestimmte Schadenfreiheitsklasse erreicht hat.
Bei der WGV startet ein Zweitwagen in SF ½, wenn das erste Auto mindestens in SF ½ läuft. Eine noch bessere Einstufung, nämlich die gleiche Klasse wie das Erstauto bis SF 3 oder SF 4, gibt es dort nur, wenn der Versicherungsnehmer und jeder Fahrer mindestens 23 Jahre alt sind. Für den Zweitwagen eines Fahranfängers bleibt es also bei SF ½.
Ein paar Dinge solltest du vorher wissen:
- Wem der Rabatt gehört: Die schadenfreien Jahre sammelt der Vertrag des Elternteils, nicht du. Willst du sie später für dein eigenes Auto nutzen, muss der Elternteil sie dir übertragen.
- Wer einen Schaden trägt: Baust du einen Unfall, wird der Zweitwagenvertrag zurückgestuft. Der Vertrag für das Auto der Eltern bleibt davon in der Regel unberührt, weil es zwei getrennte Verträge sind.
- Der Fahrerkreis muss stimmen: Du musst als Fahrer angegeben sein, mit deinem Alter. Das macht den Zweitwagen teurer als einen Zweitwagen, den nur die Eltern fahren. Günstiger als ein eigener Vertrag in SF 0 ist er trotzdem oft.
Einige Versicherer bieten ähnliche Regeln auch dann an, wenn das Auto auf dich selbst läuft, sofern die Eltern dort Kunden sind. Bei der WGV kommst du in SF ½, wenn ein Elternteil dort ein Auto in mindestens SF ½ versichert hat, auch wenn dein eigenes Auto auf dich zugelassen ist. Es lohnt sich deshalb, zuerst beim Versicherer der Eltern nachzufragen.
5. Als Fahrer im Vertrag der Eltern
Fährst du kein eigenes Auto, sondern gelegentlich das der Eltern, reicht es, dich dort als Fahrer eintragen zu lassen. Der Versicherer berechnet dafür einen Zuschlag für junge Fahrer. Je nach Tarif fällt er deutlich aus, einen Vergleich mit einem eigenen Zweitwagen solltest du deshalb immer rechnen.
Der Nachteil: Du baust in dieser Zeit keine eigene Schadenfreiheit auf. Und ein Unfall, den du verursachst, stuft den Vertrag deiner Eltern zurück. Die höheren Beiträge zahlen dann sie, über mehrere Jahre.
YoungDriver: schadenfreie Jahre im Auto der Eltern sammeln
Die WGV hat für genau diesen Fall ein eigenes Produkt, die YoungDriver-Versicherung. Damit darfst du alle Autos fahren, die bei der WGV versichert sind, zum Beispiel das deiner Eltern, ohne dass du in jedem dieser Verträge als junger Fahrer gemeldet und berechnet werden musst. Der eigentliche Vorteil kommt beim ersten eigenen Auto: Lief YoungDriver mindestens ein Jahr, rechnet dir die WGV SF 2 an, nach mehr als zwei Jahren SF 4. So steht es in den Bedingungen für die YoungDriver-Versicherung (AYD 2026).
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die angerechnete Klasse gilt nur, wenn du dein eigenes Auto ebenfalls bei der WGV versicherst, zu einem anderen Versicherer kannst du sie nicht mitnehmen. Und einen Unfall zahlt weiter die Versicherung des Autos, das du gefahren bist. Eine Vertragsstrafe wegen eines nicht gemeldeten Fahrers droht mit YoungDriver zwar nicht, zurückgestuft wird aber trotzdem der Vertrag deiner Eltern. Das kann für sie richtig teuer werden, denn eine Rückstufung wirkt über mehrere Jahre.
Wer ohnehin bei der WGV ist, sollte sich die Kfz-Versicherung der WGV* mit dieser Option ansehen.
Was passiert, wenn ein nicht gemeldeter Fahrer einen Unfall baut?
Den Schaden des Unfallgegners zahlt die Haftpflicht trotzdem. Das ist der Sinn einer Pflichtversicherung. Gegenüber deinen Eltern als Versicherungsnehmern hat ein falsch angegebener Fahrerkreis aber Folgen. Der Fahrerkreis gehört zu den Merkmalen, nach denen der Beitrag berechnet wird. Bei der WGV gilt dann nach den Bedingungen rückwirkend ab Beginn des laufenden Versicherungsjahres der Beitrag, der zum tatsächlichen Fahrerkreis passt. Waren die Angaben vorsätzlich falsch, kommt eine Vertragsstrafe in Höhe eines Jahresbeitrags dazu, bei falschen Angaben zu mehreren Merkmalen das Doppelte. Andere Versicherer haben ähnliche Regeln, meist im Abschnitt über die Merkmale zur Beitragsberechnung. Melde neue Fahrer deshalb vor der ersten Fahrt, nicht erst nach dem ersten Schaden.
6. SF-Rabatt von Eltern oder Großeltern übernehmen
Fahren Eltern oder Großeltern selbst nicht mehr, oder brauchen sie ihren Rabatt für kein Auto mehr, können sie ihre schadenfreien Jahre auf dich übertragen. Die Regeln dafür sind bei den Versicherern weitgehend gleich. Angerechnet wird nur die Zeit, in der du das Auto der Eltern oder Großeltern überwiegend gefahren bist, also höchstens so lange, wie du schon einen Führerschein hast. Diese Zeit darf höchstens zehn Jahre zurückliegen. Ihr braucht eine Erklärung in Textform von dir und dem abgebenden Familienmitglied, dazu eine Kopie deines Führerscheins.
Mit drei Jahren Führerschein bekommst du also auch nur drei Jahre gutgeschrieben, selbst wenn die Oma 30 schadenfreie Jahre hat. Und wer den Rabatt abgibt, verliert ihn vollständig, nicht nur die übertragenen Jahre. Setzt sich die Oma später doch wieder ans Steuer, fängt sie von vorn an.
Die genauen Bedingungen und den Ablauf erkläre ich im Ratgeber zum Schadenfreiheitsrabatt.
7. Kfz-Versicherung für Fahranfänger günstiger machen: weitere Stellschrauben
Typklasse und Fahrzeugwahl
Jedes Automodell hat eigene Typklassen für Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko. Sie spiegeln wider, wie viele und wie teure Schäden mit diesem Modell in der Vergangenheit entstanden sind. Zwei Kleinwagen mit gleichem Preis können deshalb unterschiedlich viel kosten. Prüf die Typklassen vor dem Kauf in der Typklassenabfrage des GDV. Dafür brauchst du Herstellerschlüsselnummer und Typschlüsselnummer, die in Inseraten oft mit angegeben sind.
Fahrleistung ehrlich schätzen
Wenige Kilometer im Jahr bedeuten einen niedrigeren Beitrag. Gib trotzdem einen realistischen Wert an. Fährst du deutlich mehr, musst du es dem Versicherer in der Regel melden, und viele Bedingungen erlauben dann eine Nachberechnung.
Telematik-Tarife
Bei Telematik-Tarifen misst eine App oder ein Stecker im Auto, wie du fährst: Beschleunigen, Bremsen, Tempo, je nach Anbieter auch Tageszeit. Wer ruhig fährt, bekommt einen Rabatt. Die HUK-Coburg nennt für ihren Tarif bis zu 30 Prozent Ersparnis, so eine Sprecherin gegenüber dem Handelsblatt im November 2025. Für Fahranfänger ist das ein echter Weg, dem Versicherer zu zeigen, dass die Statistik für sie nicht stimmt. Ob dir das Datensammeln den Rabatt wert ist, entscheidest du selbst.
Fahrerkreis eng halten
Trage nur die Personen ein, die das Auto tatsächlich fahren. Jede zusätzliche junge Person kann den Beitrag erhöhen. Ein Fahrerkreis „nur Versicherungsnehmer“ ist am günstigsten, wenn er zu deinem Alltag passt.
8. Teilkasko oder Vollkasko für Fahranfänger?
In SF 0 ist die Vollkasko besonders teuer, denn auch sie hat eine eigene Schadenfreiheitsklasse. Die Frage ist deshalb, was das Auto wert ist. Im Idealfall startest du mit einem günstigen Auto, für das du keine Vollkasko oder Teilkasko brauchst. Bei einem neuen oder finanzierten Auto führt kaum ein Weg an der Vollkasko vorbei. Bei einem typischen ersten Auto sieht es anders aus. Für ein günstiges Auto unter 2.000 Euro Zeitwert muss man sich nicht unbedingt für eine Vollkasko entscheiden. Der Mehrbeitrag summiert sich über drei bis fünf Jahre oft auf mehr, als das Auto selbst noch wert ist. Eine Teilkasko gegen Diebstahl, Hagel und Wild ist dagegen meist sinnvoll. Wie du das für dein Auto ausrechnest, steht im Ratgeber Unterschied Teilkasko und Vollkasko.
Rabattschutz in den ersten Jahren
Mit 20 bin ich in Berlin Pizza ausgefahren, in einem alten Fiat Punto, den mir mein Dad für 1 Euro überlassen hatte. Auf dem Weg zur Schicht ist es passiert: ein kleiner Auffahrunfall an einer Ampel, beim Vordermann 2.400 Euro Schaden an den Sensoren. Die Haftpflicht hat bezahlt, aber ich hatte keinen Rabattschutz und wurde zurückgestuft. Gerade in den niedrigen Klassen kostet so eine Rückstufung über Jahre spürbar Geld. Frag bei jedem Angebot nach, ob es einen Rabattschutz gibt und was er kostet, und rechne ihn gegen eine mögliche Rückstufung. Viele Versicherer bieten ihn allerdings erst ab einer bestimmten Klasse an, die WGV zum Beispiel ab SF 4.
9. Vergleichen und wechseln
Der Preisabstand aus dem Handelsblatt-Ranking zeigt, wie viel ein Vergleich bringen kann. Rechne dabei mehrere Varianten durch: eigener Vertrag, Zweitwagen über die Eltern und Eintrag als Fahrer im Elternvertrag. Gib bei jeder Variante deine tatsächliche Einstufung an, also SF ½, wenn du den Führerschein schon drei Jahre hast. Auf der Seite zum Kfz-Versicherungsvergleich kannst du Tarife für dein Profil nebeneinander berechnen. Sind deine Eltern bei der WGV versichert, hol dir zusätzlich ein Angebot direkt bei der WGV-Autoversicherung*, damit die Sonderregeln für Kinder von Kunden in den Preis einfließen.
Läuft schon ein Vertrag, kannst du ihn zum Ablauf kündigen. Bei Verträgen, die zum Jahresende enden, ist der Stichtag der 30. November. Wie das funktioniert, steht im Ratgeber Kfz-Versicherung kündigen. Nach jedem schadenfreien Jahr steigst du eine Klasse auf, ein neuer Vergleich lohnt sich also gerade in den ersten Jahren regelmäßig.
Ruf vor dem Vergleich beim Versicherer deiner Eltern an und frag konkret nach Sonderregeln für Kinder von Kunden. Diese Einstufungen stehen oft nur in den Bedingungen und tauchen im Vergleichsrechner nicht auf. Mit der Antwort weißt du, gegen welchen Preis die anderen Angebote antreten müssen.
Häufige Fragen
In welche SF-Klasse komme ich als Fahranfänger?
Ohne Vorgeschichte in der Regel in SF 0. Mit mindestens drei Jahren Führerschein stufen die meisten Versicherer in SF ½ ein. Viele Versicherer bieten über Sonderregeln für Kinder von Kunden eine bessere Einstufung an. Bei der WGV bringen zum Beispiel zwei schadenfreie Moped-Jahre oder eine YoungDriver-Versicherung SF 2.
Ist ein Zweitwagen über die Eltern günstiger als ein eigener Vertrag?
Häufig ja, weil Zweitwagen oft in SF ½ starten statt in SF 0. Die schadenfreien Jahre sammelt dann aber der Vertrag des Elternteils. Für dich zählen sie erst, wenn er sie dir später überträgt.
Muss ich als Fahrer im Vertrag meiner Eltern eingetragen sein?
Ja, wenn du das Auto fährst und der Vertrag einen eingeschränkten Fahrerkreis hat. Bei falschen Angaben kann der Versicherer nach seinen Bedingungen den Beitrag nachberechnen und unter Umständen eine Vertragsstrafe verlangen.
Was bringt begleitetes Fahren mit 17 für die Versicherung?
Während der Zeit musst du im Vertrag des genutzten Autos als Fahrer angegeben sein. Später rechnen einzelne Versicherer die Teilnahme mit einer besseren Einstufung an, die WGV zum Beispiel nicht. Das ist Tarifsache und kein allgemeiner Anspruch.
Wie viele SF-Jahre kann ich von meinen Eltern übernehmen?
Nur die Jahre, in denen du das Auto der Eltern überwiegend gefahren bist, also höchstens so viele, wie du schon einen Führerschein hast. Die Eltern verlieren dabei ihren Rabatt vollständig, nicht nur die übertragenen Jahre.
Lohnt sich ein Telematik-Tarif für Fahranfänger?
Für vorsichtige Fahrer oft ja, weil der Rabatt am eigenen Fahrverhalten hängt und nicht am Alter. Prüf vorher, wie hoch der Rabatt höchstens ausfällt und welche Daten erfasst werden.
Fazit
Bei Fahranfängern entscheidet die Einstufung mehr als der Versicherer. Wer mit SF 0 einsteigt und dann nur den günstigsten Anbieter sucht, spart weniger als jemand, der zuerst klärt, ob ein Zweitwagen über die Eltern, eine Sonderregel beim Versicherer der Familie oder einfach das dritte Führerscheinjahr ihn in eine bessere Klasse bringt. Erst danach lohnt der Preisvergleich. Und weil jedes schadenfreie Jahr eine Klasse bringt, wird es mit der Zeit von allein günstiger, solange du in den ersten Jahren keinen Unfall baust.
Mit deiner Einstufung als Fahranfänger Tarife für dein Auto nebeneinander vergleichen
Kfz-Versicherung vergleichen →Die mit * gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Wenn du über diese Links einen Vertrag abschließt, erhalte ich eine Tippgeberprovision. Für dich ändert sich dadurch nichts am Preis oder an den Vertragsbedingungen.
