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FahrradversicherungRatgeber

Das richtige Fahrradschloss: Was die Versicherung verlangt

Phillip Kolwer · 12. August 2023 · 4 Min. Lesezeit · Fachwirt für Versicherungen und Finanzen · Aktualisiert: August 2026

Die Versicherung zahlt nach einem Diebstahl nur dann, wenn das Rad gesichert war. Was genau als “ausreichend gesichert” gilt, steht in den Versicherungsbedingungen. Wer ein zu schwaches Schloss nutzt, geht im Schadensfall leer aus.

Auf den Punkt gebracht

Versicherer verlangen ein "verkehrsübliches Schloss". Das Rad muss mindestens in sich selbst gesichert sein, besser noch an einem festen Gegenstand angeschlossen. Kabelschlösser reichen für hochwertige Räder oft nicht aus. Ein gutes Falt- oder Bügelschloss von ABUS ist die sicherste Wahl.

Inhalt dieses Artikels

1. Was Versicherer beim Schloss verlangen

Die meisten Fahrradversicherungen verlangen ein “verkehrsübliches Schloss”. Was das konkret bedeutet, variiert je nach Versicherer:

  • Das Rad sollte an einem festen Gegenstand angeschlossen sein (Fahrradständer, Laterne, Geländer)
  • Manche Versicherer schreiben einen Mindestwert des Schlosses vor
  • Teilweise werden bestimmte Schlossarten von Fahrradversicherungen ausgeschlossen. Zum Beispiel Schlösser mit Zahlencode zum öffnen.

Im Schadensfall prüft die Versicherung, wie das Rad gesichert war. Wenn das Schloss offensichtlich zu schwach war oder das Rad nur mit dem Rahmenschloss gesichert und nicht angeschlossen war, kann die Leistung verweigert werden.

Tipp

Schau in die Versicherungsbedingungen deines Tarifs. Manche Verträge verlangen ausdrücklich, dass das Rad an einem festen Gegenstand angeschlossen war. Ein Rahmenschloss allein reicht dann nicht.

2. Die Schlosstypen im Überblick

Faltschlösser

Faltschlösser bestehen aus mehreren Stahlgliedern, die zusammengefaltet werden können. Sie sind kompakt und bei hochwertigen Modellen sehr widerstandsfähig.

Vorteile: Kompakt, vielseitig, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei hochwertigen Modellen.

Nachteile: Günstige Faltschlösser bestehen aus gegossenem Stahl, der leicht bricht. Darauf achten, dass das Schloss aus geschmiedetem Stahl besteht.

Bügelschlösser (U-Lock)

Das klassische U-förmige Schloss aus gehärtetem Stahl. Bei hochwertigen Modellen sehr widerstandsfähig gegen Sägen und Brechen.

Vorteile: Hoher Schutzgrad, schwer aufzubrechen.

Nachteile: Wenig flexibel, schwerer als Faltschlösser, weniger Befestigungsmöglichkeiten.

Kabelschlösser

Dünne Stahlkabel mit Schloss. Leicht und günstig.

Vorteile: Leicht, günstig, flexibel.

Nachteile: Mit einer Zange in Sekunden durchtrennt. Für hochwertige Räder nicht geeignet. Viele Versicherer akzeptieren Kabelschlösser nicht als ausreichende Sicherung.

Kettenschlösser

Stahlkette mit Schloss. Flexibler als Bügelschlösser, aber stabiler als Kabelschlösser.

Vorteile: Flexibel, bei guter Qualität sehr widerstandsfähig.

Nachteile: Schwer, bei hochwertiger Ausführung teuer.

3. Meine persönliche Empfehlung

Ich fahre ein Rose Backroad Gravelbike in Berlin und nutze das ABUS Faltschloss Bordo Granit XPlus 6500/85 ST. Das Schloss ist aus gehärtetem Stahl geschmiedet, nicht gegossen. Es lässt sich kompakt verstauen und ich schließe das Rad immer an einem festen Gegenstand an.

Über Nacht kommt das Rad nicht nach draußen. Das ist die einfachste Diebstahlprävention.

Das ABUS Bordo Granit XPlus ist nicht günstig. Aber es erfüllt die Anforderungen aller Versicherer, die ich kenne, und hält auch in Berlin Wedding stand.

4. Schloss nach Fahrradwert wählen

Die Qualität des Schlosses sollte zum Wert des Fahrrads passen:

FahrradwertEmpfehlung
bis 500 €Solides Bügelschloss oder Faltschloss, mittlere Qualität mindestens 30 €
ab 500 €Hochwertiges Faltschloss (z.B. ABUS Bordo Granit) oder Bügelschloss (z.B. Kryptonite New York) mindestens 50 €
ab 1500 €Hochwertige schlösser mit einem Kaufpreis von mindestens 90 €

Und was Diebe so garnicht mögen ist Aufmerksamkeit. Du kannst den Diebstahlschutz noch aufpeppen, wenn du dir eine kleine Fahrrad-Alarmanlage dazukaufst. Die gibts schon für günstige 20 € auf Amazon.

Häufige Fragen

Akzeptiert die Versicherung mein Kabelschloss?

Das hängt vom Versicherer und vom Tarif ab. Viele Versicherer schreiben vor, dass das Schloss ausreichend widerstandsfähig ist. Kabelschlösser gelten bei den meisten für teurere Räder als nicht ausreichend. Schau in die Bedingungen.

Muss ich das Schloss nach einem Diebstahl vorzeigen?

Nein, wenn es gestohlen wurde, hast du es nicht mehr. Aber die Versicherung kann fragen, welches Schloss du genutzt hast. Fotos des Schlosses vor dem Diebstahl helfen. Einige Versicherer fragen beim Abschluss schon nach dem Schlosstyp. Und Bewahre die Rechnung des schlosses als Nachweis in jedem Fall auf!

Reicht ein Rahmenschloss alleine?

Fast nie. Ein Rahmenschloss sichert nur das Rad in sich selbst, verhindert aber nicht, dass jemand das gesamte Rad wegträgt. Die meisten Versicherungsbedingungen verlangen, dass das Rad an einem festen Gegenstand angeschlossen ist.

Was ist mit GPS-Trackern?

GPS-Tracker helfen beim Wiederfinden, ersetzen aber keine Schloss-Sicherung. Für Versicherungszwecke zählt allein das Schloss.

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Über den Autor

Phillip Kolwer
Phillip Kolwer Senior Consultant · Fachwirt für Versicherungen und Finanzen

Seit 2013 bin ich in der Versicherungsbranche aktiv, mit Leidenschaft für Innovationen und einem tiefen Verständnis für Produkte, Märkte und Kundenbedürfnisse. Auf versicherungs-luchs.de teile ich mein Fachwissen unabhängig, ohne Verkaufsdruck und ohne Beratermandat.

Branchenerfahrung seit 2013 Fachwirt für Versicherungen und Finanzen Zertifiziert durch die IHK Berlin

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